Hausmittel gegen brennende Augen nach dem Zwiebelschneiden

Nach dem Zwiebelschneiden brennen die Augen, und man greift nach dem nächsten Hilfsmittel, das greifbar ist. Das ist menschlich. Und vieles davon funktioniert tatsächlich – wenn man weiß, was zu tun ist und was man lieber lassen sollte.

Was wirklich hilft

Kaltes oder kühles Wasser ist das einfachste und zuverlässigste Hausmittel – und gleichzeitig das effektivste. Der Reizstoff, der die Augen brennen lässt, ist wasserlöslich. Wasser spült ihn weg. Es braucht keine besondere Technik: Entweder das offene Auge kurz unter einen sanften Wasserstrahl halten, oder mit sauberen Händen mehrmals frisches Wasser über das Auge geben.

Kalt fühlt sich dabei angenehmer an als warm und hat den leichten Vorteil, dass es die gereizte Augenoberfläche etwas beruhigt. Aber auch lauwarmes Wasser hilft.

Frische Luft ist der zweite natürliche Helfer. Einfach vom Brett weggehen, ein Fenster öffnen, ein paar Minuten draußen oder am offenen Fenster stehen. Der Körper produziert von selbst genug Tränen, um die Reizsubstanz wegzuspülen – frische Luft unterstützt das und verhindert, dass man sich weiter in der mit Gas angereicherten Küchenluft aufhält.

Künstliche Tränen aus der Apotheke – also einfache, konservierungsmittelfreie Augentropfen – sind ein gutes Hausmittel, das man vorrätig haben kann. Sie befeuchten die Augenoberfläche zusätzlich und spülen Rückstände weg. Für Menschen mit ohnehin empfindlichen oder trockenen Augen lohnt es sich, ein Fläschchen griffbereit in der Küche zu haben.

Kalte Kompressen – ein sauberes Tuch, das kurz unter kaltes Wasser gehalten wurde und dann leicht auf die geschlossenen Augen gelegt wird – können das Brennen lindern. Das ist kein direktes Spülmittel, aber die Kühle beruhigt die gereizte Augenpartie und gibt etwas Erleichterung, während man wartet, dass die Reizung abklingt.

Was man eher lassen sollte

Milch taucht in manchen Listen auf, aber sie hat keinen chemischen Vorteil gegenüber Wasser beim Wegspülen des Reizstoffs. Milch ins Auge zu träufeln ist unangenehm, kann die Bindehaut zusätzlich reizen, und bringt keinen nachgewiesenen Nutzen.

Teebeutel – warm oder kalt auf die Augen gelegt – helfen bei Schwellungen und Ermüdungserscheinungen, aber nicht bei der chemischen Reizung durch Zwiebelgas. Der Effekt ist hier falsch am Platz.

Augentropfen mit abschwellender Wirkung (rote-Augen-Tropfen) sind kein gutes Sofortmittel. Sie verengen die Blutgefäße und bekämpfen damit ein Symptom, nicht die Ursache. Bei häufiger Anwendung können sie die Augen auf Dauer trockener machen und eine Gegenreaktion auslösen.

Reiben – immer wieder dasselbe: Es macht fast alles schlechter. Der Reizstoff wird dabei nur weiter verteilt, und das mechanische Reiben auf einer bereits sensibilisierten Oberfläche verlängert das Brennen.

Wie lange dauert es, bis es besser wird?

In den meisten Fällen klingt das Brennen nach gründlichem Spülen und frischer Luft innerhalb weniger Minuten deutlich ab. Das Auge kann danach noch leicht gerötet oder etwas lichtempfindlich sein – das ist normal und geht von selbst zurück.

Wer nach 15 bis 20 Minuten noch intensive Beschwerden hat, sollte das ernst nehmen – dann könnte etwas anderes dahinterstecken, und ein kurzer Blick beim Augenarzt ist sinnvoller als weitere Hausmittel.

Wer beim nächsten Mal vorbeugen möchte statt nachzubehandeln, findet alle relevanten Methoden im Artikel Was hilft gegen die tränenden Augen beim Zwiebelschneiden?