Brennende oder juckende Augen beim Kochen werden fast immer sofort den Zwiebeln zugeschrieben. Und oft stimmt das auch. Aber nicht immer. Wer in der Küche regelmäßig mit gereizten Augen kämpft, auch wenn gar keine Zwiebeln auf dem Schneidebrett liegen, sollte kurz innehalten und überlegen, was sonst noch eine Rolle spielen könnte.
Zwiebeln – der häufigste Grund
Wenn Zwiebeln im Spiel sind, ist die Ursache klar: Propanthial-S-Oxid, das beim Schneiden entstehende Gas, reizt die Augenoberfläche und löst den Tränenreflex aus. Auch beim Braten können schwefelhaltige Verbindungen in die Luft übergehen und die Augen leicht reizen, wenn man zu nah über der Pfanne steht.
Das ist gut verstanden und lässt sich mit einfachen Mitteln reduzieren. Eine Übersicht der wirksamsten Methoden gibt es im Artikel Was hilft gegen die tränenden Augen beim Zwiebelschneiden?
Bratdämpfe und Öl
Weniger bekannt: Auch heißes Öl oder Fett in der Pfanne kann die Augen reizen. Beim Erhitzen von Öl – besonders wenn es zu heiß wird oder anfängt zu rauchen – entstehen flüchtige Verbindungen wie Acrolein, die Augen und Atemwege reizen. Das ist unabhängig von dem, was man brät.
Wer beim Anbraten ohne Zwiebeln trotzdem brennende Augen bekommt, sollte prüfen, ob die Temperatur zu hoch ist. Öl, das anfängt zu rauchen, ist ohnehin ein Zeichen, dass die Hitze reduziert werden sollte.
Rauch und Dampf
Offensichtlich, aber trotzdem wert erwähnt zu werden: Kochrauch jeder Art reizt die Augen. Wer etwas anbrennen lässt, in einer kleinen Küche ohne Dunstabzug kocht, oder stark gewürzte Gerichte mit scharfen Zutaten wie Chili oder Curry zubereitet – der wird früher oder später merken, dass die Augen reagieren.
Capsaicin, der Wirkstoff in Chilis, ist ein deutlich aggressiverer Reizstoff als das Zwiebelgas. Wer frische Chilis schneidet und sich dann die Augen reibt, kennt das – aber selbst der Dampf beim Braten kann bei empfindlichen Augen reizen.
Trockene Augen als Hintergrundproblem
Manchmal sind es nicht die Dämpfe allein, die das Problem verursachen – sondern der Ausgangszustand der Augen. Wer ohnehin an trockenen Augen leidet, reagiert auf jeden Reizstoff schneller und intensiver. Die Augenoberfläche ist weniger gut geschützt, das Tränenfilm-Gleichgewicht ist empfindlicher.
In Küchen mit trockener Luft, nahe am Herd, oder nach langem Bildschirmarbeiten am Tag – all das kann die Augen so austrocknen, dass selbst schwache Reize eine deutliche Reaktion auslösen.
Wer regelmäßig mit juckenden oder brennenden Augen kocht und keine klare Quelle findet, sollte überlegen, ob trockene Augen ein Faktor sein könnten. Künstliche Tränen, die man griffbereit in der Küche hat, können da eine einfache Abhilfe sein.
Allergien
Nicht zuletzt: Manchen Menschen reagieren auf Zwiebeln oder bestimmte andere Lebensmittel mit einer leichten allergischen Reaktion der Augen. Das ist selten, aber möglich. Wenn die Augenreizung beim Kochen immer zu einem bestimmten Zeitpunkt oder bei einem bestimmten Lebensmittel auftritt, kann das ein Hinweis sein.
Anhaltende Beschwerden, die sich nicht mit einfachen Maßnahmen bessern, sind ein Grund für einen kurzen Besuch beim Arzt – nicht wegen der Zwiebeln, sondern um andere Ursachen auszuschließen.
Was in der Küche grundsätzlich hilft
Unabhängig von der genauen Ursache hilft in den meisten Fällen dasselbe: gute Belüftung, laufender Dunstabzug, nicht zu nah über heiße Pfannen beugen, und nach dem Kochen Hände waschen bevor man sich ins Gesicht fasst.
Das klingt simpel – aber es beseitigt die meisten Ursachen für gereizte Augen in der Küche auf einmal.
