Der Markt für Küchenhelfer ist voll von Geräten, die versprechen, das Zwiebelschneiden einfacher, schneller oder tränenfreier zu machen. Manche davon halten, was sie versprechen. Andere sind nach zwei Benutzungen irgendwo hinten in der Schublade verschwunden.
Wer überlegt, ob ein solches Gerät etwas für die eigene Küche ist, sollte wissen, was die verschiedenen Typen tatsächlich leisten – und was nicht.
Der Zwiebelwürfelschneider
Das meistgekaufte Gerät in diesem Bereich. Prinzip: Die Zwiebel wird halbiert, auf ein Gitter mit scharfen Klingen gelegt, und dann mit einem Druckelement von oben durchgedrückt. In einer Bewegung entstehen gleichmäßige Würfel.
Was gut funktioniert: Die Würfel sind tatsächlich gleichmäßig, die Handhabung ist simpel, und das Gerät ist schnell. Für Menschen, die regelmäßig Zwiebeln würfeln und dabei immer ungleichmäßige Stücke bekommen, ist das ein echter Vorteil.
Was man wissen sollte: Diese Geräte quetschen die Zwiebel beim Durchdrücken stark zusammen. Das zerstört viele Zellen auf einmal – und setzt entsprechend mehr Reizgas frei als ein sauberer Messerschnitt. Wer diese Geräte gegen tränende Augen kauft, wird enttäuscht sein. Sie machen das Schneiden komfortabler in Bezug auf Technik und Gleichmäßigkeit, aber nicht unbedingt in Bezug auf die Augenreizung.
Reinigung ist außerdem aufwendiger als bei einem Messer – die Klingen im Gitter müssen gründlich gesäubert werden.
Der Zwiebelzerhacker
Kleinere Geräte, bei denen man die Zwiebel in einen Behälter legt und durch mehrmaliges Drücken von oben zerkleinert. Gute Option für grobe Stücke oder wenn man nur kleine Mengen braucht.
Die Augenreizung ist ähnlich wie beim Würfelschneider – das Prinzip ist dasselbe. Das Gas entweicht beim Drücken direkt aus dem Gerät. Manche Modelle haben einen geschlossenen Behälter, was die Gasfreisetzung etwas eindämmt – das ist ein echter kleiner Vorteil.
Für sehr feine Würfel oder gleichmäßige Schnitte ist dieser Typ weniger geeignet.
Elektrische Zerkleinerer
Blender, Multizerkleinerer, Foodprozessoren – all das kann Zwiebeln zerkleinern, und zwar schnell. Der Vorteil: Man steht nicht am Brett, hält Abstand, und die Expositionszeit ist sehr kurz.
Der Nachteil: Das Ergebnis ist oft ungleichmäßig, schnell zu fein, und die Konsistenz passt nicht zu jedem Gericht. Außerdem gibt es beim Öffnen des Geräts nach dem Zerkleinern oft einen intensiven Gasausstoß – wer die Klappe direkt ins Gesicht aufmacht, bekommt das in konzentrierter Form ab.
Für Gerichte, bei denen die Zwiebel ohnehin komplett aufgeht – Suppen, Saucen, Marinaden – ist der elektrische Zerkleinerer aber eine praktische Option.
Was die Geräte gemeinsam haben
Keines dieser Geräte ersetzt ein scharfes Messer vollständig. Sie sind Ergänzungen für bestimmte Situationen – wenn man viele Zwiebeln gleichzeitig verarbeitet, wenn die Technik mit dem Messer schwierig ist, oder wenn man aus anderen Gründen nicht selbst schneiden möchte.
Wer Geräte wegen der Augenreizung kauft, sollte realistisch bleiben: Die meisten reduzieren die Reizung kaum oder erhöhen sie sogar, weil mehr Zellen auf einmal zerstört werden. Der einzige wirkliche Vorteil für die Augen ist der kürzere Kontakt – man ist schneller fertig.
Was wirklich am meisten hilft
Ein scharfes Messer, eine gekühlte Zwiebel und gute Belüftung sind in Kombination wirksamer als jedes Gerät. Dazu ist das Messer universell einsetzbar, leicht zu reinigen und kostet keine Extrainvestition.
Wer trotzdem ein Gerät kaufen möchte: Der Würfelschneider ist für gleichmäßige Würfel in Kürze gut geeignet – solange man die Augenreizung dabei nicht als gelöstes Problem betrachtet. Für tränende Augen hilft eher eine Schutzbrille als ein neues Küchengerät. Den Vergleich zwischen den verschiedenen Brillentypen gibt es im Artikel Zwiebelbrille und Taucherbrille im Vergleich.
